Hannah Miley: „Eine glückliche Schwimmerin ist eine schnelle Schwimmerin“

Hannah Miley lacht. Die 27-jährige Schwimmerin aus Aberdeen genießt ihre Zeit im Wasser. Trotz des harten Trainings, welches die dreimalige Olympiateilnehmerin jeden Tag absolviert, hat sie Freude am Schwimmen. „Ich genieße es, hart zu trainieren, um das letzte Quäntchen für den Erfolg zu finden. Wenn ich merke, dass es dann schneller voran geht, bin ich zufrieden“, sagt Miley, die zusammen mit 38 Mitgliedern der Scottish Amateur Swimming Association ein zweiwöchiges Trainingslager im Tenerife Top Training (TTT) absolviert. Im TTT bereitet sich die Lagen-Spezialistin auf die kommenden Monate vor. „Ich möchte so hart wie möglich arbeiten. Hier im Tenerife Top Training wird man auch von den anderen Schwimmern aus den verschiedenen Ländern motiviert. Bei Wettkämpfen schwimme ich oft auch gegen sie. Da möchte ich auch im Training zeigen, dass ich schneller bin. Hier im TTT verbesserst du deine Leistung“, sagt Miley.

Während Hannah Miley im Wasser ihre Bahnen zieht, steht ihr Vater Patrick am Beckenrand. Ganz genau beobachtet er das Training seiner Tochter, stoppt die Zeiten und notiert jedes Detail. Im April vergangenen Jahres wurde aus dem ehemaligen Helikopterpilot ein Vollzeittrainer. Nun arbeitet er an der Universität Aberdeen und kann seine Tochter jeden Tag unterstützen. „Es ist großartig, dass mich mein Vater begleiten kann“, sagt Miley. „Er weiß sehr viel über das Schwimmen und achtet darauf, dass ich so professionell wie möglich trainiere. Wir nutzen andere Methoden und diese funktionieren. Warum sollte ich Sachen ändern, die klappen? Ich begleite ihn bis zum Ende der Welt“, erklärt Miley.

 

Wenn man Hannah und Patrick bei ihrer Arbeit am Pool beobachtet, dann versteht man, was sie meint. Vater und Tochter reden viel über technische Feinheiten und legen dabei ihren Fokus auf die Effizienz jedes einzelnen Zuges in den verschiedenen Schwimmlagen. Damit ist sie erfolgreich. 2012 wurde sie Welt- und Europameisterin über 400 Meter Lagen auf der Kurzbahn. 2008, 2012 und 2016 war sie Teil der britischen Olympiamannschaft und erreichte in Rio den vierten Platz in ihrer Paradedisziplin. „Alle vier Schwimmlagen zu vereinen, ist die Herausforderung im Wettkampf. Deshalb ist das Lagenschwimmen so kompliziert. Aber ich mag genau diese Schwierigkeiten. Du benötigst jeden Muskel. Ich glaube, wenn ich mich auf eine Lagen konzentrieren würden, würde mir sehr schnell langweilig werden“, erklärte Miley mit einem Lächeln im Gesicht. Generell scheint die 27 Jährige während ihrer Zeit im Tenerife Top Training glücklich zu sein. Wenn sie es schafft diese Einstellung mit in ihren Alltag in Schottland zu nehmen, dann wird 2017 ein gutes Jahr für die Schwimmerin aus Aberdeen. Denn sie sagt selbst: „Eine glückliche Schwimmerin ist eine schnelle Schwimmerin.“

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