Viktoria Schwarz – Im Solo nach Tokyo

Viktoria Schwarz ist Österreichs erfolgreichste Athletin im Kajaksport. Gold, Silber und Bronze holte sie bei Weltmeisterschaften. Drei Mal vertrat sie die Alpenrepublik bei Olympischen Spielen. Im Kajak Zweier über die 500 gehörte die 31-jährige Sportlerin zur absoluten Weltspitze. Doch für die kommenden Jahre stellt sie sich einer neuen Herausforderung. „Ich gehe nun im Einer über 200 Meter an den Start“, erklärt Schwarz. Obwohl sie erst an wenigen Rennen über diese Strecke und in dieser Bootskategorie teilnahm, blickt sie zuversichtlich auf die kommenden Monate. „Gerade in unserer Sportart sind Erfahrung und Grandlagenausdauer wichtig. Beides habe ich. Über die 200 Meter kommt es auf die Schnelligkeit und Kraft an. Deshalb stehen diese beiden Punkte nun auch im Mittelpunkt meines Trainings“, sagt die Österreicherin. Zusammen mit dem Schwimmteam des Olympiastützpunktes Linz absolvierte Schwarz ein zweiwöchiges Trainingslager im Tenerife Top Training (TTT). Während ihre Kollegen vor allem ihre Bahnen im Wasser zogen, konzentrierte sich Schwarz auf das Programm im Kraftraum und im Ausdauerbereich. „Für Schwimmer, Fußballer und Triathleten ist das Center perfekt. Die Bedingungen für meinen Konditionslehrgang sind hervorragend“, beschreibt die dreimalige Olympiateilnehmerin das TTT.

 

Dabei nutzte Schwarz den Lehrgang zum Jahresbeginn, um sich weiter von einer Schulterverletzung zu erholen. Im Mai 2016 stürzte die Österreicherin beim Schlafwandeln aus dem Fenster und fiel sieben Meter in die Tiefe. Dank vieler Schutzengel kam die Athletin mit einer Schulterverletzung davon. „2016 war ein sehr turbulentes Jahr. Aber ich habe aus den Geschehnissen neue Energie gezogen für meine Aufgaben auf dem Weg nach Tokyo“, blickt Schwarz zurück. Trotz ihrer Verletzung stieg die 31 Jährige bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ins Boot. Den Ehrgeiz, den Schwarz beim Umgang mit ihrer Verletzung an den Tag legte, zeigt sie auch beim täglichen Training. In einer Sportart, die vom Zusammenspiel aus Technik und körperlicher Herausforderung lebt, hat sie ihren Weg gefunden. „Um im Kajakrennsport erfolgreich zu sein, muss man zielstrebig sein. Man muss immer hart trainieren, an sich arbeiten und dabei seinen inneren Schweinehund überwinden“, erklärt die Donaustädterin.

Schon als Kind entwickelte die Österreicherin diese Tugenden. Ihr Vater brachte sie zum Kajakrennsport und diesem ist sie bis heute treu geblieben. „Wasser ist mein Element. Wir haben in der Nähe der Donau gelebt und ich habe früh mit meinem Sport begonnen. Ich genieße die Freiheit auf dem Wasser und das Sporttreiben in der Natur“, sagt Schwarz. Nach Jahren im Leistungssport begann für die Weltmeisterin von 2011 in Teneriffa ein neuer Abschnitt ihrer Karriere. Nach dem Konditionslehrgang und einem zweiwöchigen Aufenthalt in der Heimat wird die Österreicherin in Neuseeland den nächsten Schritt gehen. „Ich werden sechs Wochen zusammen mit einer internationalen Trainingsgruppe trainieren. Dann werden wir im März sehen, wie es beim Testwettkampf in Italien aussieht“, beschreibt Schwarz ihren Plan für die kommenden Monate. Und ihr Ziel für 2017? „Ich möchte auf meiner neuen Strecke das Finale bei den Weltmeisterschaften erreichen.“ Dies wäre dann der erste Meilenstein auf ihrem Weg im Solo nach Tokyo.

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